Ambert-Austausch 2017

von

Deutsch-französische Freundschaft: GDG und Ambert

In der zweiten Märzwoche war es wieder soweit und 21 Franzosen kamen nach Stuttgart, um in Gastfamilien das schwäbische Großstadtleben Stuttgarts kennen zu lernen.

Besuch der Franzosen in Stuttgart

Am Montagabend standen sich die 8.-Klässler und Schüler der 3eme noch schüchtern gegenüber, am Dienstagmorgen war die Atmosphäre schon wesentlich gelöster. Die Französischanfänger aus der 6. Klasse führten unsere Gäste durch unser Schulhaus, bevor Frau König die Gruppe offiziell begrüßte. Nach einem kleinen Imbiss ging es in die Innenstadt: Stadtbibliothek am Mailänder Platz, Altes Schloss mit einer Führung durch die Geschichte Baden-Württembergs, Schlossplatz und Freizeit zum Shoppen gaben den Franzosen einen ersten Einblick in das Stuttgarter Stadtleben.

Jeder Tag begann danach mit Unterricht, so dass die Franzosen die Unterschiede zum eigenen Schulsystem herausfinden konnten.

Am Mittwoch beschäftigten sie sich anschließend ausführlicher mit Bad Cannstatt: eine Rallye führte die Schüler zu interessanten Orten in unserem Stadtteil, bevor sie die Vorzüge unserer Quellen im Mineralbad hautnah erleben konnten.

Der große Ausflug für alle Beteiligten fand am Donnerstag statt: die ganze große Gruppe machte sich auf den Weg nach Ludwigsburg: mit einer Führung durch das Schloss erfuhren alle Interessantes über die württembergischen Könige in diesem Klein-Versailles. Anschließend konnte die Stadt während der Freizeit auf eigene Faust erkundet werden, wobei die Geschäfte sicher interessanter waren, als die historische Bausubstanz.

Das Mercedes-Museum brachte den Schülern aus Frankreich am Freitag Stuttgarter Industriegeschichte näher.  Wie immer sehr beliebt war auch der anschließende Ausflug in die Wilhelma. Aber das Highlight – langerwartet und heißersehnt besonders von den Mädchen, um Kleider und Make-up auszuprobieren – war die große Party am Abend, bei der unter professioneller Lightshow getanzt und „gechillt“ wurde.

Die Familien der deutschen Schüler bemühten sich auch dieses Jahr wieder um ein abwechslungsreiches Programm auch am Wochenende – natürlich freuten sich die Franzosen über jede shopping-Möglichkeit, die die Großstadt zu bieten hat.

Ein letzter Ausflug stand am Montag noch auf dem Programm: Esslingen mit Rallye und Freizeit in dieser schönen mittelalterlichen Stadt. Am Abend wurden die Koffer gepackt, die Souvenirs verstaut und letzte Mitbringsel gekauft, bevor alle am Dienstag früh wieder zurück in die Auvergne fuhren.

Besuch in Ambert

Am 2. Mai brachen wir Stuttgarter zu schülerunfreundlich früher Stunde auf, um die lange Fahrt nach Ambert anzutreten. Müde aber aufgeregt gingen alle bei der Ankunft am Abend gerne mit in die Gastfamilien, die schon gespannt warteten.

Am nächsten Tag stand gleich der Ausflug mit den Gastgebern nach Clermont-Ferrand an: ein Besuch des „Aventure Michelin“ brachte den deutschen Schülern die Industriegeschichte der Auvergne und ihre Verflechtungen mit der schwäbischen Autoindustrie näher. Während des anschließenden Stadtbummels wurde fleißig eingekauft: wer weiß, wann sich die nächste Gelegenheit bietet, einen Basketball zu erstehen?

Die deutschen Schüler mussten natürlich auch täglich in den Unterricht und erlebten die „andere“ Art des Unterrichts in Frankreich.

Auch ein kleine Stadt wie Ambert hat etwas zu  bieten: am Donnerstag gab es den genauen Einblick in das französische Schulleben am Collège, mit dem Fach Technologie und den Pädagogen der Vie scolaire. In der Cantine stärkten sich die deutschen Gäste mit ihren französischen Gastgebern, bevor sie am Nachmittag mit einer Rallye die Altstadt erkundeten.

Weitere sehr reizvolle Orte bot der Freitag: die alte Abtei La Chaise Dieu mit ihren Fresken und der guten Bäckerei davor, Le Puy-en-Velay mit den alten Patrizierhäusern und der großen Wallfahrtskathedrale, die der Startpunkt für viele Jakobspilger ist.

Die französischen Gasteltern wollten sich nicht lumpen lassen und schmissen ebenfalls eine große Party mit gutem Essen und Disco, bevor es mit den Corres ins Wochenende ging.

Der Montag war Feiertag, deswegen stand der erste Programmpunkt erst spät am Vormittag an: Die Besichtigung der letzten funktionierenden Papiermühle, nach der alle selbst ein Blatt feines Papier schöpfen und mit nach Hause nehmen durften.

Für die vorgesehene Wanderung durch die Hügel und Wälder war die Gruppe leider zu schlecht gerüstet, um dem kalten und nassen Wetter zu trotzen. So entfiel die Wanderung und die Gastfamilien kümmerten sich darum, dass der Nachmittag nicht langweilig wurde.

Und schon war die Woche fast vorbei: in der Gruppe belegten wir am Dienstag-vormittag die Schulbücherei und ein Klassenzimmer, um die Rallye auszuwerten und die Reisetagebücher fertig zu stellen.

Da Frankreich das Land des Käses und Ambert die Stadt des Fourme ist, ging es am Nachmittag noch in das kleine Käsemuseum, das sehr schön das Leben auf den Sommeralpen, die Heimarbeit der Frauen (Rosenkränze herstellen) und natürlich die Herstellung des ortstypischen Käses erklärt. Jeder durfte die AOC-Käse der Region nach der Führung probieren: Fourme, Cantal und Saint Nectaire mit entsprechender Ergänzung aus Trockenfrucht oder Konfitüre. Der blauschimmelige Fourme stieß dabei wie zu erwarten nicht auf die Begeisterung der Schüler.

Am Mittwoch flossen reichlich Tränen, bevor es auf die lange Heimreise ging, die so manchen Po auf eine harte Probe stellte. Alle wurden glücklich von den Eltern – oder Kindern - wieder in die Arme geschlossen und es gab viel zu erzählen von diesen erlebnisreichen Tagen.

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